Untersuchungen zum Repertoire der Konzert- und Oratorienvereine in Mittel- und Osteuropa im 19./20. Jahrhundert auf der Grundlage statistischer EDV-gestützter Erhebungen

Übergeordnete Einrichtungen


Projektdetails

Mitarbeiter
Projektleiter: Prof. Dr. Helmut Loos (hloos@rz.uni-leipzig.de), Prof. Dr. Gerhard Heyer (heyerasv@informatik.uni-leipzig.de) [Mitarbeiter siehe Kurzbeschreibung]
Finanzierung
Gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Weiterführung
ja

Mitarbeiter: Dr. Lucian Schiwietz (schiwietz@rz.uni-leipzig.de), Martin Herms, Anna-Maria Kemper, Florian Schmieder, Dipl.-Inf. Peter Scholz (scholz@informatik.uni-leipzig.de)

Anhand von Informationen über Musikaufführungen lassen sich nicht nur die Aufführungsaktivitäten musikalischer Institutionen und der mit ihnen verbundenen Personen und Gruppen des Musiklebens nachzeichnen, sondern auch Erkenntnisse zum Sozialstatus des Musikers, wie z. B. die sich über die Jahrzehnte ändernden Bedingungen des reisenden Virtuosen, des Dirigenten oder des Komponisten, gewinnen. Aufführungsinformationen legen zudem Vernetzungen und Interaktionen zwischen Musikern, Veranstaltern und musikalischen Institutionen offen, was nicht zuletzt für die Untersuchung der Migrationsprozesse im Kontext der historischen musikkulturellen Beziehungen zwischen dem deutschsprachigen Raum und Mittel- bzw. Osteuropa von größter Relevanz ist. Sie dokumentieren auch die Position "des Konzerts" im Sinne eines Topos kultureller Praxis im geographischen und sozialen Raum und ermöglichen Einsichten, wie Konzerte in der jeweiligen Gesellschaft verankert waren und wie sich die verschiedenen sozialen, ethnischen und politischen Gruppen durch sie musikkulturell identifizierten und repräsentierten. Sie geben damit auch Hinweise zur Frage der Durchlässigkeit zwischen Popular- und Hochkultur und der Bedingtheit des Musiklebens durch ideell-mentale und soziopolitische Kontexte. Alle so orientierten Untersuchungen benötigen ein tragfähiges Quellenfundament.

Im Rahmen des Projekts wurde eine EDV-gestützte Bestandsaufnahme zum Repertoire von für Mittel- und Osteuropa im 19./20. Jahrhundert repräsentativen Konzert- und Oratorienvereinen geleistet und sowohl der Forschung als auch der interessierten Öffentlichkeit als Datenbank online verfügbar gemacht. Mittels gezielter Suche ist es den Nutzern im Zugriff auf den erschlossenen Datenbestand möglich, die jeweils ihren Fragestellungen entsprechenden repertoire- und programmstatistischen sowie auch die damit zusammenhängenden institutions- und personenbezogenen Auskünfte zu erhalten. Die Evaluation, die sich auf die Zeitspanne von zwei Jahrhunderten konzentrierte, macht somit die Entwicklung der musikalischen und kulturgeschichtlichen Repertoireprofile der Konzert- und Oratorienvereine in Mittel- und Osteuropa greifbar. Sie bietet damit eine Grundlage nicht nur zur Darstellung des Musiklebens in Mittel- und Osteuropa in seinen interlokalen, interregionalen, internationalen und transnationalen Bezügen, sondern ebenso zur Beurteilung der dort "verorteten" Aufführungs- und Veranstaltungspraxis in soziologischer und soziopolitischer Hinsicht.

Hinsichtlich der auszuwertenden Quellenmaterialen wurde im Wesentlichen mit Experten im östlichen Europa zusammengearbeitet. Der Datenbestand wird im Rahmen der Möglichkeiten nach Projektende erweitert. Das Projektportal ist unter folgender Adresse im Internet frei zugänglich. http://mm3.musicamigrans.de


letzte Änderung: 26.07.2012

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Institut für Musikwissenschaft
Fuhrmann, Wolfgang Matthias (Prof. Dr.)
Neumarkt 9 - 19
04109 Leipzig
Telefon: +49 341 97-30450
Fax: +49 341 97-30459
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